Justierung eines Newton-Teleskopes
bei einem Okular-Ausgang
Ein Newton-System besteht aus einem Parabol-Hauptspiegel und einem kleinen
ellyptischen Planspiegel, der kurz vor dem Fokus des Hauptspiegels
die Licht-
Strahlen um ca. 90-Grad aus dem Strahlengang "heraus-lenkt" und damit
dem
Beobachter zugänglich macht.
Dieses Newton-System muß nur in sich richtig justiert sein, kann
also zum Tubus
verkippt sein. Die Justage mit einem Justierlaser ist am einfachsten
durchzuführen.
Vorher sind jedoch einige Vorbereitungen zu treffen.
Markierung der Hauptspiegel-Mitte: Auf einem Drehteller den Hauptspiegel
auf Rundlauf zentrieren und dann mit Folienstift einen ca. 5 mm Durchmesser-
Kreis auf die Mitte "schreiben"
Den Justierlaser überprüfen, ob er in sich justiert ist. Durch
Drehen in einer
Okularsteckhülse ( möglichst ohne Spiel ) überprüfen,
ob der Laserstrahl
"stehen bleibt"
Das Spiel im Okular-Auszug überprüfen, indem man den Okluarauszug
fokussiert und dabei überprüft, ob der Laserstrahl hin- und
her-kippt.
Eventuell durch Maske oder zarten Punkt auf Fangspiegel festlegen, wo
der
Offset-punkt des Fangspiegels liegt. Dieser Versatz des Fangspiegels
in
Richtung Hauptspiegel ist dadurch notwendig, daß der ellyptische
Planspiegel
den vom Hauptspiegel kommenden Kegel auf der Okular-abgewandten Seite
etwas weiter unten abschneidet, und auf der Okular-zugewandten Seiten
etwas
weiter oben abschneidet und der Fangspiegel gewissermaßen "eingemittet"
wird.
1. Justierschritt: Sekundärspiegel zum Hauptspiegel justieren.
Der Justierlaser sitzt im Okularauszug und das Laserbündel fällt
über den Offset-
punkt auf den Hauptspiegel - jedoch noch nicht auf dessen Mitte. Durch
Drehen
des Fangspiegels nähert man das Laserbündel der Hauptspiegelmitte
möglichst
weit an und fixiert Fangspiegel + Halterung, sodaß sich dieses
nicht mehr drehen
kann. Der restliche Weg zur Mitte des Hautpspiegels geht über
die Stellschrauben
der Fangspiegel-Halterung.
2. Justierschritt: Hauptspiegel zum Sekundärspiegel justieren.
An den Justierschrauben des Hauptspiegels wird dieser solange verkippt,
bis
das Laserbündel exakt über den Fangspiegel zurück in
dem Loch verschwindet,
wo er hergekommen ist. Damit ist das optische System Newton nahezu
perfekt
justiert. Wer es noch genauer haben will, muß sich die defokussierten
Sternscheib-
chen am Himmel ansehen und eine Feinjustage am Himmel vornehmen, was
in
aller Regel nicht mehr notwendig ist.
Justierung eines Newton-Teleskopes
bei vier Okular-Ausgängen
Bei größeren Newton-Systemen kann der Fangspiegel in vier
verschiedene Okular-
Ausgänge gedreht werden und rastet dann in entsprechende Arretierungen
ein.
In diesem Fall muß die Drehachse der Fangspiegel-Halterung mit
der optischen
Achse des Hauptspiegels zusammenfallen. Dies erreicht man durch einen
kleinen
Laser an der Fangspiegelhalterung. Durch Drehen der Fangspiegelhalterung
muß
das Laserbündel in der Mittenmarkierung des Hauptspiegels "stehen
bleiben".
Im nächsten Schritt muß der Hauptspiegel so justiert werden,
daß das Laserbündel
im Ursprung des Lasers wieder verschwindet. Beide Achsen fallen nun
zusammen.
Beim ersten Okular-Ausgang kann man noch durch Fangspiegel-Verkippung
und
Okularansatz-Verkippung das Newton-System justieren. Dabei sollte man
mög-
lichst auf die 90-Grad Strahlen-Auslenkung achten. Damit ist jedoch
auch die
Position des Fangspiegels endgültig festgelegt.
Alle übrigen drei Okular-Ausgänge können jetzt nur noch
über den Okular-
Rahmen selbst und natürlich mittels Justierlaser in die richtige
Position gebracht
werden. In diesem Fall fällt die Tubus-Achse mit der optischen
Achse zusammen
bzw. ist notwendigerweise mit ihr parallel.
Dieser Fall kommt bei einem Amateur-Newton in der Regel nicht vor.
Für die Vorbereitung des zweiten Falles gelten die Vorbereitungen
für die
Justage ebenso.
Es geht aber auch einfacher:
wenn man das Newton-System mit einem kollimierten Justierlaser justiert
hat:
- erst den Fangspiegel auf die Mitte des Hauptspiegels
- dann den Hauptspiegel, sodaß der Laserstrahl wieder in sich
zurück reflektiert wird,
also wieder im Ursprung landet,
dann zeigt ein zentrischer Blick mit dem Auge in den Okular-Auszug,
ob man den
Fangspiegel mittig zum Hauptspiegel sieht. Wenn das nicht der Fall
ist, muß der
Fangspiegel in Richtung Hauptspiegel um wenige Millimeter versetzt
werden. Damit
entfällt auch die Berechnung des OffSet Punktes.