In diesem Bericht geht es weniger um die physikalische Theorie des
Lyot-
Testes, sondern um praktische Erfahrungen im Umgang damit.
Bedingt durch die Reklamation eines 500/2100 Newton-Spiegels stieß
ich im Jahre
2000 auf den in der Literatur hinlänglichen bekannten Lyot-Test:
Siehe bei Jean
Texereau, "How to make a Telescope" 2. Auflage, S88ff, oder bei Daniel
Malacara,
"Optical Shop Testing" ebenfalls 2. Auflage, Seite 305ff. Weitere Quellen
zur Thematik
findet man bei
http://www.astrosurf.com/tests/contrast/contrast.htm#haut
Die Politur des von mir aus anderen Gründen reklamierten Spiegels.
Auf dieser französichen Seite wird das Prinzip des Phasen-Kontrast-
oder Lyot-
Tests dargestellt, das darin besteht, das direkt Licht aus einer Optik
mit dem
Streulicht zu vergleichen, das durch Flächenrauhheit erzeugt wird.
Verwendet
man einen Lichtspalt zur Messung, so ist ein Linien-Filter nötig,
der das direkte
Licht um etwa den Faktor 200 dämpft, damit es mit dem indirekte
Streulicht
"verglichen" werden kann. Zugleich erfährt man über diese
Webseite etwas über
die Herstellung dieses Linien-Filters über einen feinkörnigen
Dokumenten-Film.
Siehe auch: http://www.astrosurf.com/tests/contrast/lame.htm
Den deutschen Sternfreunden war daher im Jahre 2001 meine Internetseite
ge-
widmet, die im Schwerpunkt neben dem Hinweis auf diese Seiten die Herstellung
dieses Linienfilters zum Inhalt hatte. Siehe daher:
http://home.t-online.de/home/wolfgang.rohr/phaskont.htm
Allmählich entsteht auch ein größeres Interesse hinsichtlich
des Lyot- oder
Phasen-Kontrast-Testes, weshalb es sinnvoll ist, die Diskussion und
weitere
Entwicklungen dazu festzuhalten.
Anders als in Frankreich, war dieser Test in Deutschland einem größeren
Publikum zunächst unbekannt, aber eine willkommene Möglichkeit,
durch Vergleichsmessungen einiges über die Herstellung und Besonderheiten
optischer Flächen zu erfahren, die die kontrastreiche Abbildung
erheblich
beeinflussen kann. Im Folgenden beispielsweise die rauhe Fläche
eines
Newton-Spiegels.
Interessanter Weise fand ich damals in meinen Vorversuchen genau die
richtige
Linien-Breite durch Probieren von ca. 10 000 Filmnegativen, auf denen
diese
dünnen, halb-durchlässigen Linienfiltern mit einer Breite
um 0.1 mm zu finden
waren, bevor ich mich an die Herstellung weiterer Linien-Filter mit
einem
50 mm Foto-Objektiv machte, das einen erheblichen Farbfehler aufwies.
Dieser
Farbfehler sorgte u.a. um eine unscharfe Kante bei der Abbildung
von ca. 8 mm
dünnen Stäben, (siehe die Beschreibung auf meiner Webseite),
sodaß dadurch
ein erheblich besserer PhasenKontrast-Effekt möglich wurde, als
über die
Linien-Filter, die parallel dazu von den französichen Sternfreunden
auf Glas-
plättchen mittels Chrom aufgedampft waren.
Einen sehr wichtigen Versuch lieferte hierzu Alois Ortner, Feinoptiker
in Österreich
ab, der eine Untersuchung zur optimalen Dicke dieses Linien-Filters
erstellte,
und dabei meinen Wert von ungefährt 0.1 mm bestätigte.
Dazu untersuchte er ein und denselben Spiegel mit seinem Linienfilter
unter-
schiedlicher Breite, mit der Tendenz, daß eine größer
werdende Streifenbreite
dieses Linienfilters zu einem feiner strukturierten Flächen-Eindruck
führt.
Während also bei idealer Linienbreite sowohl feine kreisfürmige
Strukturen und
"Nippels" erkennbar sind, verschwinden diese Strukturen völlig
bei einer Linien-
breite von 0.5 mm:
Wenn also diese Diskussion vereinzelt wieder auftaucht, oder an Bedeutung
gewinnen sollte, dann sei dies zur Unterstützung weiterer Untersuchungen
gedacht,
damit das Rad nicht mehrmals erfunden werden muß.
Wolfgang Rohr
http://rohr.aiax.de
http://rohr.aiax.de/berichte.htm
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