Erfahrungen mit dem Phasenkontrast- oder Lyot-Test,  erstellt 23. Juli 2004
In diesem Bericht geht es weniger um die physikalische Theorie des Lyot-
Testes, sondern um praktische Erfahrungen im Umgang damit.

Bedingt durch die Reklamation eines 500/2100 Newton-Spiegels stieß ich im Jahre 
2000 auf den in der Literatur hinlänglichen bekannten Lyot-Test: Siehe bei Jean 
Texereau, "How to make a Telescope" 2. Auflage, S88ff, oder bei Daniel Malacara, 
"Optical Shop Testing" ebenfalls 2. Auflage, Seite 305ff. Weitere Quellen zur Thematik
findet man bei

http://www.astrosurf.com/tests/contrast/contrast.htm#haut

Die Politur des von mir aus anderen Gründen reklamierten Spiegels.

Auf dieser französichen Seite wird das Prinzip des Phasen-Kontrast- oder Lyot-
Tests dargestellt, das darin besteht, das direkt Licht aus einer Optik mit dem
Streulicht zu vergleichen, das durch Flächenrauhheit erzeugt wird. Verwendet
man einen Lichtspalt zur Messung, so ist ein Linien-Filter nötig, der das direkte
Licht um etwa den Faktor 200 dämpft, damit es mit dem indirekte Streulicht
"verglichen" werden kann. Zugleich erfährt man über diese Webseite etwas über
die Herstellung dieses Linien-Filters über einen feinkörnigen Dokumenten-Film.

Siehe auch:  http://www.astrosurf.com/tests/contrast/lame.htm

Den deutschen Sternfreunden war daher im Jahre 2001 meine Internetseite ge-
widmet, die im Schwerpunkt neben dem Hinweis auf diese Seiten die Herstellung 
dieses Linienfilters zum Inhalt hatte. Siehe daher:

http://home.t-online.de/home/wolfgang.rohr/phaskont.htm

Allmählich entsteht auch ein größeres Interesse hinsichtlich des Lyot- oder
Phasen-Kontrast-Testes, weshalb es sinnvoll ist, die Diskussion und weitere
Entwicklungen dazu festzuhalten.

Anders als in Frankreich, war dieser Test in Deutschland einem größeren
Publikum zunächst unbekannt, aber eine willkommene Möglichkeit,

durch Vergleichsmessungen einiges über die Herstellung und Besonderheiten
optischer Flächen zu erfahren, die die kontrastreiche Abbildung erheblich
beeinflussen kann. Im Folgenden beispielsweise die rauhe Fläche eines 
Newton-Spiegels.

Interessanter Weise fand ich damals in meinen Vorversuchen genau die richtige
Linien-Breite durch Probieren von ca. 10 000 Filmnegativen, auf denen diese 
dünnen, halb-durchlässigen Linienfiltern mit einer Breite um 0.1 mm zu finden
waren, bevor ich mich an die Herstellung weiterer Linien-Filter mit einem
50 mm Foto-Objektiv machte, das einen erheblichen Farbfehler aufwies. Dieser
Farbfehler sorgte u.a. um eine unscharfe  Kante bei der Abbildung von ca. 8 mm
dünnen Stäben, (siehe die Beschreibung auf meiner Webseite), sodaß dadurch
ein erheblich besserer PhasenKontrast-Effekt möglich wurde, als über die
Linien-Filter, die parallel dazu von den französichen Sternfreunden auf Glas-
plättchen mittels Chrom aufgedampft waren.

Einen sehr wichtigen Versuch lieferte hierzu Alois Ortner, Feinoptiker in Österreich
ab, der eine Untersuchung zur optimalen Dicke dieses Linien-Filters erstellte,
und dabei meinen Wert von ungefährt 0.1 mm bestätigte.

Dazu untersuchte er ein und denselben Spiegel mit seinem Linienfilter unter-
schiedlicher Breite, mit der Tendenz, daß eine größer werdende Streifenbreite 
dieses Linienfilters zu einem feiner strukturierten Flächen-Eindruck führt.

Während also bei idealer Linienbreite sowohl feine kreisfürmige Strukturen und
"Nippels" erkennbar sind, verschwinden diese Strukturen völlig bei einer Linien-
breite von 0.5 mm:

Wenn also diese Diskussion vereinzelt wieder auftaucht, oder an Bedeutung
gewinnen sollte, dann sei dies zur Unterstützung weiterer Untersuchungen gedacht,
damit das Rad nicht mehrmals erfunden werden muß.

Wolfgang Rohr

http://rohr.aiax.de 
http://rohr.aiax.de/berichte.htm
 


 
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