31.05.2003 (33) ITV 2003 - ein Streifzug 
Von einem sagenhaften Nordlicht berichteten die Sternfreunde, das sie in der Nacht zum Freitag auf dem Vogelsberg
erlebt hatten. Ähnlich dem Schein von starken Disko-Beamern zauberte das Polarlicht eine breite Wand aus unwirklichem
Grün bis Orange-Rot an den nördlichen Horizont. In dieser Nacht kamen alle Dobsonauten bis hin zu über einem Meter
Spiegeldurchmesser und alle übrigen Teleskop-Besitzer mit einem klaren Himmel endlich auf ihre Kosten. Der Vogels-
berg scheint eher eine Wetterküche zu sein, weshalb bereits in der Nacht zum Samstag auch der Verfasser vor einer
herannahenden Wetterfront flüchtete. Der Blick auf die Sonnenfinsternis am Samstag war durch dichte Wolken ähnlich
getrübt, weshalb die Dämmerung an diesem Tag ungewöhnlich dunkel verlief.

Besonderen Dank muß man den Organisatoren unter der Leitung von Walter Kutschera, Stumpertenrot, aussprechen. 
Der Mann im Hintergrund, der unter den gegebenen Bedingungen das Optimum herausholte und auch nach dem 
ITV 03 noch eine Menge Arbeit hat, bis der geschundene Platz wieder sauber und aufgeräumt ist. Er leistet damit 
der Amateur-Astronomie einen großen Dienst und der Zuspruch, den er erhält, gibt ihm recht - das ITV wird prima 
angenommen, wirklich in überschäumender Weise!

01 Der dreibeinige Stathis

01) Wo geht's denn zum ITV? könnte die Frage lauten. Wo zur Spiegelschleif-Orgie, die auch mich 
kurzzeitig zum Wasserholen verurteilten. Wo steht der größte Dobson? Jedenfalls kurierte Stathis auf dem ITV-03 
seinen Arbeits-Unfall mit einem großen Spiegel aus, dem er bereitwillig eine gebrochene Zehe opferte, nur um den wert-
vollen Spiegel zu retten, der in einem unbedachten Moment den Weg nach unten suchte. .Übrigens trägt Stathis jetzt 
Sicherheits-Schuhe mit Stahlkappen, wenn er Spiegel schleift.

02 Die Tester sind überall

02) In Scharen strömte fachkundiges Personal von einem Händlerstand zum anderen unter Verwendung von sach-
kundigen Beiträgen zu einzelnen Teleskopen, ihrer Qualität und Möglichkeiten. Die Händler sahen es gerne, ihr Schaden 
dürfte es nicht gewesen sein, hier war es der Stand von Martin Birkmeier, Augsburg.

03 Da isser !

03) Wer ihn noch nicht kennt, links auf dem Bild, das ist der Martin. Nicht zu verwechseln mit  Marty Trittelvitz 
aus Berlin, der ebenfalls zur Spiegelschleiferszene gehört und den der Verfasser aus vielen emails und Postings 
her kennt und auf dem ITV erneut das Händchen schütteln konnte.

04 Das Berber-Zelt

04) Am Freitag war dieses luft-durchströmte Berberzelt eine willkommene Oase unter der sengenden Sonne
auf dem Vogelsberg. Ein junger dynamischer Sternfreund hatte es bei einem Schausteller für ein paar Tage
ausgeliehen, lediglich das Engagement der avisierten Bauchtanz-Gruppe scheiterte an den Kosten. Foren-Wächter
Matthias - zu Zeiten ein wenig überfordert  -    "strickt" derweil an seinem Profil.  Standesgemäß war die Mannschaft   
in Blau eingekleidet. Vielleicht findet er beim  nächsten Mal die passende Kopfbedeckung dazu, damit die Freunde 
nicht vom Kopf  her austrocknen.

05 Hessischer Rundfunk

05) Auch die Medien in Gestalt des Hessischen Rundfunks meldeten großes Interesse an dieser Veranstaltung an.
Unversehens geriet der Verfasser in die Rolle eines Interviewten und mußte Auskunft geben über das Polarlicht,
das er justament nicht gesehen hatte, aber aus eigenem Erleben von früher her sehr gut kennt. Manch reizvolle
AstroSchnecke lockerte die Szene wohltuend auf, wie man sieht.
 

06 Den Schwerpunkt möglichst tief legen

06) Wenn der Spiegel-Durchmesser immer größer wird, und damit auch die Brennweite, dann versucht man den
Schwerpunkt möglichst tief zu legen, oder gräbt sich ein, oder benutzt hohe Leitern, solange man noch jung genug
ist. Nachdem der Verfasser als seine letzte Tat nur noch einen 20-Zöller bauen will, schaute er sich sehr inter-
essiert alle entsprechenden Lösungen an. Entscheident in dieser Hinsicht ist die ruckfreie leichte Beweglichkeit
des Dobsons in beiden Achsen. Nicht alle Lösungen waren gleich überzeugend.

07 Der "Hut"

07) Die Diskussion hatten wir selbst, ob man beim "Hut" mit einem oder zwei Ringen auskommt. Zwei Ringe
haben zwar mehr Gewicht, sind aber im Handling unkomplizierter, und schauen für meine Begriffe schöner aus,
man ist ja auch ein Ästhet.

08 Ein Bino-Fan der reinen Lehre

08) Leider hatte ich keine Gelegenheit, diesen "kleinen Feldstecher" einmal benutzen zu dürfen. Handwerklich jedenfalls
ist er ein Prachtstück. So hoffe ich, daß er auch optisch das hält, was er mechanisch verspricht.

09 Der Saurier unter den Dobsons

09) Hier ist eine Leiter vonnöten, um das Bild der über 1 Meter großen Newton-Optik genießen zu können. Dem glücklichen
Besitzer wünsche ich, daß ein Blick durch dieses Teleskop ähnlich gigantisch ist.

10 Spiegel prüfen - Thomas Heising hilft

10) Mein eigenes Equippement hatte ich diesmal auch dabei - es blieb aber eingepackt. Leider hat der multi-funktionale
Raum im Vereinsheim wenig Möglichkeiten, sich ungestört mit einer Gruppe in ein Eck zurückzuziehen, wie das auf der
Emberger-Alm möglich ist. Dann nämlich ließen sich auch auf dem Vogels-Berg so manche Optik  unentgeltlich prüfen.
Wenn man dies aber in ein Lokal in Stumpertenrot auslagern wollte, also einen Teil der Workshops in abgeschiedene
Räumlichkeit verlegt, dann nehme ich mein "kleines Besteck" beim nächsten Mal wieder mit. Vielleicht fällt dem
Walter Kutschera dazu etwas ein. Jedenfalls prüfte auch in diesem Jahr Thomas Heising, Oschersleben-Magdeburg, 
die Spiegel im Vereinsheim - mit einem Interferometer hätte ich hier größere Probleme.

11 Die Truppe trifft sich

11) Gerade wenn der Wettergott zürnt, bietet sich umso mehr Gelegenheit, stundenlange Fachsimpelei zu pflegen,
bzw. sich endlich auf dem Vogelsberg wieder einmal zu treffen. Die Kontakt-Pflege dort dürfte das Erfolgsgeheimnis
dieses Treffens sein - von der Witterung ist diese Gegend eher unzuverlässig, was ja auch die Windpark-Spargel
beweisen, ein in Bayern eher seltenes Phänomen. Was das an Strom kostet, die in Betrieb zu halten?

12 Der gute Markus

12) Es gab noch andere Händler auch, z.B. den Christian Meier, die erwähnt werden müssen. Den Markus Ludes
kennt eigentlich jeder, auch aus den Foren - Werbung ist eben alles. Besonders erwähnt werden muß das SolarScope,
das Markus der herannahenden Sonnenfinsternis wegen geschickteweise mitgenommen hatte: eine einfache Sonnen-
Projektions-Einrichtung, die mir ungemein ins Auge stach. (Links unten im Bild)

13 Innenansicht

13) In Augenhöhe aufgestellt hat man so mit einfachen Mitteln das Bild der Sonnenscheibe mit Flecken und kann
so jungen Sternfreunden unser Hobby nahebringen. Also gleich ein Exemplar ohne Federlesens gekauft, in 14-Tagen
ist ohnehin eine Projektwoche mit ähnlichem Thema.

14 Hinweis aufs ITT http://www.embergeralm.info/stella/

14) Den Initiator des ITT in Kärnten, Wolfgang Ransburg vom Teleskop-Service, München, muß auch nicht mehr
vorgestellt werden. Für den "normalen" Sternfreund ist die Astronomie ein abwechlungsreiches und spannendes
Hobby - für die Astro-Händler hingegen blutiger Ernst, weil sie davon leben müssen, und da gilt der weise Satz:
Leben und leben lassen !

15 rund um die Uhr ...

15) ... im Einsatz. Ein halben Tag in der Sonne würde mich umbringen. Martin, Wolfi und Markus hingegen hielten
wacker durch. Auch das ist eine Leistung.

16 Astro-Recycling ...

16) ... der gehobenen Art: Eine C14-Gabel wirft man nicht weg! Man organisiert sich zwei baugleiche Syntas, Martin
hör weg, und hat ein wundesbares "Miauchi" 150/1200 oder "Fujinon". Und wenn man die Vergrößerung wie beim
Vorbild auf 25-fach beläßt, dann bekommt man eine hervorragende Abbildung dieses "Feldstechers", der im Bereich
bis 100-fach fast immer sehr gut abschneidet.

Nachtrag: Aus Unkenntnis habe ich sicherlich nicht alle Highlights erfaßt. Ich rechne aber fest damit, daß mein Bericht
nicht der einzige ist, und so weitere Berichte das Bild des diesjährigen ITV-03 entsprechend abrunden.

Herzliche Grüße 

Wolfgang Rohr 


 
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