auf Unendlich

Einen hochwertigen, glatten Planspiegel zu bekommen, ist schwierig und zudem teuer und dann weiß man immer noch nicht so richtig, wie genau er dann tatsächlich ist. Für diese Fälle gibt es eine Lösung, die bei sorgfältiger Vorbereitung zu ähnlich guten Aussagen führt, wenn man die Qualität von Optiken überprüfen will. Allerdings nur qualitativ, für eine quantitative Auswertung wird man weiterhin die Autokollimations-Testanordnung benutzen müssen, und dann geht es nicht ohne Planspiegel.

Das Prinzip besteht darin, daß man in den Fokus eines genauen Parabolspiegels eine 20µ Pinhole oder einen 10µ Lichtspalt setzt - exakt auf der Achse. Damit hätte man ein paralleles Lichtbündel (aus dem Unendlichen) Die genaue Brennweite ermittelt man über den halben Radius des Spiegels auf der Achse und dann hilft ein Laser-Pointer und ein Bandmaß bei der Einrichtung des Testaufbaues weiter. Mit diesen Hilfsmitteln kommt man sehr nahe an das Ideal heran. Die linke Parabolspiegelseite wird zwar durch die Halter verdeckt, die rechte jedoch ist bis zu einem Durchmesser von HauptspiegelDurchmesser/2 für Messungen frei, wie die Skizze zeigt:

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Von dort, wo später der Prüfling steht, sieht der Sachverhalt dann so aus:

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Die linke Seite wird über diverse Halterungen verdeckt, die rechte Seite ist frei für Messungen. Die Meßgenauigkeit erhöht sich deswegen, weil nur der schraffierte Teil des Spiegels benutzt wird, während sich Genauigkeits-Angaben auf den gesamten Newton-Spiegeldurchmesser beziehen. Zonen sollte der Parabolspiegel allerdings keine haben, die würde man beim Foucault-Test sehen.

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Der Aufbau der Pinhole ist hier etwas beschrieben: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=5818 Die Halterung aus MultiPlex berücksichtigt noch eine Höhen-Verstellung. Ein heller grüner Laser wird auf die Mitte des Parabolspiegels gerichtet und in sich zurückreflektiert. Im Abstand des Spiegel-Fokus wird die Pinhole eingeschoben und zentriert, indem man den Laserpunkt auf der Rückseite der Messing-Halterung verfolgt.

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Wenn der künstliche Stern in Okularmitte zu finden ist, wäre auch der Prüfling auf der Achse - in diesem Fall wäre dieser Testaufbau für den kleinen Tak hinreichend groß.

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Durch den Tak kann man sich dann bei niedriger Vergrößerung den künstlichen Stern 20µ mit Halterung, Prisma etc. betrachten.

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Und das wären zwei der 3 Test-Möglichkeiten: Ronchi, Sterntest und Foucault. Bei Foucault wäre ein Lichtspalt als Lichtquelle sinnvoller, ebenso beim Ronchi-Test; ein Interferogramm ist bei dieser Testanordnung leider nicht möglich.

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Die Anordnung läßt sich in der Weise auf Unendlich "eichen" indem man mit einem Test-Fernrohr am Himmel auf Unendlich einstellt. Diese Einstellung fixiert und den Fokus-Punkt zum Parabolspiegel solange verschiebt, bis auch dort die gleichen Einstellung zu erkennen ist. Mit einer Eich-Linie mißt man dann den Abstand zur Spiegelkante bzw. Spiegelrückseite aus. Mit diesem Wert lässt sich dann diese Einstellung immer wieder reproduzieren, wenn man die Komponenten nicht gerade fixieren will. Die Lage der Pinhole muß natürlich ebenfalls immer wieder die gleiche sein.

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Wolfgang Rohr