am Himmel

siehe auch: http://www.astro-foren.de/showpost.php?p=41664&postcount=28

Bei aller Lobor-Messtechnik möchte man besonders bei großen Spiegeln wissen, ob diese Doppelpaß-Messungen gegen Planspiegel, ob die Kompensations-Messungen durch eine Einzellinse (Dall-Null-Test) und ob schließlich der RoC-Test jeweils am Himmel seinen Bestand hat. Für diese Fälle haben wir hier hochwertige ReferenzSpiegel, mit denen man das überprüfen kann.

Vor vielen Jahren lief ein Sternfreund auf der ITT in Kärnten, mit einem Ronchi-Gitter 10 lp/mm bewaffnet, von Teleskop zu Teleskop und testete ungefragt die Optiken. Nicht überall stieß er dabei auf helle Begeisterung. Aber diese Situation hätte man in jedem Fall, wenn es um die Frage geht, ob der einzige wirklich zuverlässige Null-Test, nämlich der am Himmel, auch im Labor sicher erreicht wird. Um also diese Frage eindeutig zu beantworten, empfiehlt sich in jedem Fall als beweiskräftiger Gegentest der Ronchi-Gitter-Test am Himmel mit einer hohen Gitterkonstanten in der Gegend von 20 lp/mm und möglichst auch der Foucault-Test, wie er von einem mir bekannten französichen Spiegelschleifer sehr überzeugend durchgeführt wird. Wer von dort einen Spiegel bekommt, darf sich glücklich schätzen.

Auf dem Weg zu aussagekräftigen Ronchi-Grammen sind aber einige Hürden zu überspringen, wie der folgende Bericht zeigen soll. Zunächst bekommt man einen f/5 Lichtkegel vom Newton-Spiegel gar nicht so einfach in die Camedia hinein, sodass man entweder ein spezielles KeplerFernrohr bemühen muß, oder eine Barlow-Linse, die aus dem f/5 Kegel einen f/10 Kegel macht, wobei mit dieser Brennweiten-Verlängerung automatisch auch eine virtuelle Verdoppelung der GitterKonstanten einhergeht, also die Genauigkeit etwas größer wird. Gegen einen Planspiegel gemessen wird aus dem gleichen Grund die Genauigkeit um den Faktor 2 besser bei einer Gitterkonstanten von 13 lp/mm gegen einen Lichtspaltgemessen. Einzig die Luftunruhe am Himmel wäre der Unterschied und die wesentlich längere Belichtungs-Zeit am Polarstern, der freundlicherweise die geringste Eigenbewegung hat, dafür aber ziemlich lichtschwach ist, für derartige Versuche:

@RaPlSt01

Im Wettstreit mit einem Spiegelschleifer testen wir also derzeit verschiedene Newton-Spiegel am Himmel, weil dieses Test Ergebnis jeder Diskussion standhält. In meinem Fall läßt die Olympus Camedia C 4040 Zoom bis zu 16 Sek. Belichtungszeit zu, damit man das visuelle Ergebnis auch dokumentieren kann, sonst glaubt es ja keiner. Auch mit unterschiedlichem Streifenabstand läßt sich wunderbar spielen bis hin zum Foucault-Test, aber der wird mit einer WebCam vermutlich bessere Ergebnisse bringen. Als Nulltest wäre der Ronchi-Test aber bereits ausreichend.

@RaPlSt02

Der fragliche Spiegel vor dem Autokollimations-Spiegel / Doppelpass bei 650 nm wave:

@RaPlSt03

In gleicher Testanordnung der Foucault-Test, der einen derart glatten Spiegel zeigt, daß ich mir schwor, dieser Spiegel bleibt hier. Er ist auch am Himmel saaaagenhaft.

@RaPlSt04

Man kann verrückt werden beim Fotografieren eines Objektes, das man im Display der Camedia kaum sieht, noch am ehesten, wenn man das Objekt nicht herauszoomt. Jedenfalls emspiehlt es sich, den Stern erst einmal exakt in die Mitte des Okulars zu stellen und dann den Dobson gegen weitere Verdrehung zu arretieren, wie man auf dem letzten Foto erkennt.

@RaPlSt05

Die Kamera an das Fernrohr zu hängen vereinfacht die Sache nicht, weil die Justierbewegungen der Kamera sehr kleine Beträge erfordert, die man mit dem Dobson ausführen müsste. Besser man koppelt die Camedia davon ab - eigenlich das gleiche Verfahren, wie im Labor auch. Auf dem Bild erkennt man die 2 inch Barlow-Linse die den f/5 Lichtkegel vom Newton auf f/10 "verschlankt".

@RaPlSt06

Das von mir verwendete Ronchi-Gitter, dessen Linien man gut erkennen kann:

@RaPlSt07

... und schließlich die Arretierung des Dobsons in beiden Achsen, damit die Einstellung sich nicht verändert: hier auch der Dobson: http://www.astro-foren.de/showthread.php?p=31024#post31024

@RaPlSt08