Der Foucault-Test:  
siehe auch: http://rohr.aiax.de/fouphas.htm
http://www.astrosurf.com/tests/atelier/atelier.htm#interp
http://www.freeware.de/Windows_ME/Freizeit_Hobby/Hobbys/Astronomie/Detail_Foucault_Test_Analysis_8676.html

Die meisten Amateur-Spiegelschleifer benutzen zum Prüfen ihrer Newton-Spiegel den Foucault-Test. Dieser Test
kann sowohl als Null-Test in Autokollimation verwendet werden mit hoher Genauigkeit bis  L/40 PV der Wellen-
front, als auch als quantitativer Linientest, indem man bei der Parabel im Krümmungsmittelpunkt die Schnittweiten-
differenz mißt.

Der Foucault-Test zeigt in hoher Genauigkeit die "Landschaft" bzw. Topografie der ankommenden Wellen-
front. Die Flächen-Feinstruktur eines Lyot- oder Phasenkontrast-Testes zeigt dieser Test noch nicht. Auch
eine interferometrische Flächenauswertung zeigt noch nicht die Flächenfeinstruktur, auch wenn es immer
wieder behauptet wird. Dafür benutzt die Industrie das Nomarski-Mikroskop. 

Das von Texereau herausgegebene Buch "How to make a Telescope" enthält diese Prinzip-Zeichnung des
Foucault-Tests mit der Messerschneide. Der Test zeigt in erster Linie die "Landschaft" einer polierten Kugel-
fläche bzw. rotations-symmetrisch deren Öffnungsfehler, aber auch den Astigmatismus. Die Flächenfein-
struktur jedoch zeigt der Lyot-Test, der etwa um den Faktor 10 die Flächen-Feinstruktur erkennen läßt,
als noch weit über den Foucault-Test hinaus geht. Als quantitativer Test auf einer Linie mißt dieser Test
in keinem Falle die Gesamtfläche und unterdrückt damit möglichen Astigmatismus oder andere großräumige
Flächenstrukturen. Dadurch entstehen  sehr hohe unrealistische PV-Werte. Vorhandener Astigmatismus 
sollte daher mit anderen Tests untersucht werden, besonders bei großen Spiegeln wichtig.

Das Prinzip:

Mein eigener 320/1600 Newton-Spiegel im Foucault-Test: Am Rande eine ganz flache Zone, sonst äußerst
glatt und nahezu perfekt.

Ein Newton-Spiegel mit radialen Polierspuren und weichem Zonenverlauf

Ein 400-er Kugelspiegel mit abfallender Kante und wolkenartiger Struktur

Der linke Spiegel leichte Zonen, der rechte Spiegel eine leichte Wolkenstruktur.

glatter und "rauher" Newton-Spiegel im Foucault-Test

Ein Schmidt-Cassegrain-System mit Farblängsfehlern

wieder ein SC-System: man erkennt die "Speichen" der Schmidtplatten-Herstellung

noch deutlicher erkennbar bei einem ähnlichen System

Ebenfalls ein SC-System mit hoher Qualität

Ein Fraunhofer im Foucault-Test mit Farblängsfehler

Deutlich geringerer Farblängsfehlers eines Voll-Apochromaten

Merke: 

Der Foucault-Test, der als quantitativer Test prinzipiellen Einschränkungen unterliegt,  ist ein typischer 
qualitativer Test für den Öffnungsfehler. Hier zeigt dieser Test deutlich die typische Flächenstrukturen
mit hoher Genauigkeit in Form einer "Landschaft" oder Topografie.

Wolfgang Rohr


 
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