| Hallo Optik-Freaks und Test-Besessene,
dies wird ein erster Versuch - Test-Bilder
zu veröffentlichen, wie sie bei meinen zahlreichen
Testreihen für unterschiedlichste optische
Systeme anfallen. Die gezeigten Einzelbeispiele sind
keinesfalls repräsentativ. Auch war ich
verblüfft, zu welchen Leistungen ein scheinbar mittel-
mäßige C14 am Himmel fähig ist
unter Nachweis von SuW-Feldaufnahmen von Stefan Binne-
wies.
Weil es immer nur Einzel-Geräte sind, die
ich untersuchen soll im Auftrag von Sternfreunden,
bezieht sich meine Kommentierung immer nur auf
dieses Einzelgerät. Eine generelle Würdigung
meinerseits verbietet sich aus den unterschiedlichsten
Gründen. Es werden also in der Folge
besonders herausragende Geräte sein, oder
besonders auffällige.
Eine Zuordnung der Geräte zu bestimmten Händlern
bzw. Sternfreunden verbietet sich
ebenfalls.
1. Testobjekt: ein C8 (kennt ja jeder)
In Autokollimation heißt: Im Fokus des optischen
Systems Schmitt-Cassegrain sitzt ein 0.01 mm
künstlicher Stern. Dessen Licht geht durch
das optische System und es entsteht ein paralleles
Lichtbündel, wie am Himmel, nur umgekehrt.
Der hochgenaue Planspiegel (Zeiss) reflektiert
dieses parallele Lichtbündel wieder zurück, und
so geht das Licht ein zweites Mal durch die gleiche
Optik und wird im Fokus wieder zu einem
Stern. Die Veränderungen des Lichtes werden
nun durch verschiedene Tests untersucht:
Der Ronchi-Gitter-Test 10 LinienPaare/mm sagt
etwas über die Korrektur der Optik aus.
Intrafokal gemessen bedeutet bauchige Linien
Überkorrektur, kissenförmige Linien
Unterkorrektur. Überkorrektur: Mittelpunkts-Strahlen
fallen kürzer, Unterkorrektur:
Mittelpunktsstrahlen fallen länger. Bei
ca. 85% vom Durchmesser sind die Ronchi-Linien
"gezackt".
Das weist auf einen erheblicheÖffnungsfehler
hin etwa im Bereich von L/4 PV wave. Wird über
die weiteren Tests noch klarer. Weil die klare
Abgrenzung der Linien fehlt, muß man von einer
rauhen Oberfläche ausgehen. Auch macht sich
bereits ein von der Schmittplatte verursachter
Farblängsfehler bemerkbar, der den Kontrast
einschränkt. Besonders auffällig die "Zacken" bei
85%-90% vom Durchmesser !
noch deutlicher ist dieser Farblängsfehler
beim Foucault- oder Messerschneide-Test zu
erkennen. Das kommt daher, weil die einzelnen
Farben unterschiedliche Schnittweiten haben
und für die Messerschneide wahlweise intra-
bzw. extra-fokal abgeschnitten werden. EinEinfluß
auf den Kontrast dürften auch die Zonen
haben, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.
Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie ich sie
entwickelt habe (Version Rohr) Dazu findet
man eine genaue Beschreibung auf meinen Internet-Seiten.
Man sieht deutlicher als beim
Foucault-Test die Flächenfehler, die hauptsächlich
von der Schmittplatte bzw. der Retouche
herrühren. Es sind sehr schmale Zonen,
wie man sieht. Jetzt versteht man auch, warum sowohl
beim Ronchi-Test, wie auch Interferogramm, die
"Zacken" bei den Streifen entstehen.
Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie sie David
Vernet, Frankreich, entwickelt hat
(Version Vernet) Die Feinstruktur der Flächenrauhheit
wird hier besser dargestellt, der räumliche
Foucault-Effekt jedoch fällt weg. Die Glattheit
der Fläche bestimmt den Kontrast eines
optischen Systems, weil das Streulicht durch
eine glatte Fläche minimiert wird und umgekehrt.
Die "Zacken" der Interferenz-Streifen verdeutlichen
erneut den Zonen-Fehler bei der üblichen
Meß-Wellenlänge von 632.8 nm = Helim/Neon-Gas-Laser.
Weil ich eine Laserdiode verwende,
bin ich bei "freundlichen" 650 nm. Bereits jetzt
können diese Zonen quantifiziert werden. Der
ansteigende Streifenabstand von 08.00 Uhr in
Richtung 14.00 Uhr ist ein Koma-Effekt, der vom
Meßaufbau verursacht sein kann. Es könnte
sich aber genausogut der vorhandene
Astigmatismus abbilden.
Mit mehr Streifen sieht man die Zonen noch besser,
immer noch bei 650 nm wave.
Bei 532 nm Wellenlänge erkennt man diese
Struktur noch deutlicher! Diese "Zacken"
beeinflussen die Kontrastleistung erheblich,
zusätzlich zur rauhen "Oberfläche der Wellenfront"
Die Rotations-Symmetrie bzw. der Astigmatismus
beeinflußt in dieser Größe das Bild weit
weniger. Es könnten Störungen sein,
die von der Lagerung der Schmitt-Platte her rühren. Die
anderen Fehler sind gravierender.
Das Referenz-I_Gramm wird von 08.00/14.00 Uhr
in Richtung 09.00/15.00 Uhr gedreht. Das hat
mit der Auswertungs-Software zu tun. Durch die
ansteigenden Streifenabstände erkennt das
Programm einen Koma-Effekt in der Fläche
und bildet sie in einer flachen S-Form ab. Um dies zu
unterdrücken, müßte man nur die
mittleren Streifen auswerten. Weil aber im System noch ein
Astigmatismus nachweisbar ist, könnte das
auch auf den Astigmatismus zurückzuführen sein.
Bei der Beurteilung dieses optischen Systems
spielt also die quantitative Aussage eher eine
Neben-Rolle.
Wolfgang Rohr |