29.07.2002 (02) Test-Objekt C8 
Hallo Optik-Freaks und Test-Besessene,

dies wird ein erster Versuch -  Test-Bilder zu veröffentlichen, wie sie bei meinen zahlreichen 
Testreihen für unterschiedlichste optische Systeme anfallen. Die gezeigten Einzelbeispiele sind
keinesfalls repräsentativ. Auch war ich verblüfft, zu welchen Leistungen ein scheinbar mittel-
mäßige C14 am Himmel fähig ist unter Nachweis von SuW-Feldaufnahmen von Stefan Binne-
wies.

Weil es immer nur Einzel-Geräte sind, die ich untersuchen soll im Auftrag von Sternfreunden, 
bezieht sich meine Kommentierung immer nur auf dieses Einzelgerät. Eine generelle Würdigung 
meinerseits verbietet sich aus den unterschiedlichsten Gründen. Es werden also in der Folge 
besonders herausragende Geräte sein, oder besonders auffällige. 

Eine Zuordnung der Geräte zu bestimmten Händlern bzw. Sternfreunden verbietet sich 
ebenfalls. 

1. Testobjekt: ein C8 (kennt ja jeder)

In Autokollimation heißt: Im Fokus des optischen Systems Schmitt-Cassegrain sitzt ein 0.01 mm 
künstlicher Stern. Dessen Licht geht durch das optische System und es entsteht ein paralleles 
Lichtbündel, wie am Himmel, nur umgekehrt. 
Der hochgenaue Planspiegel (Zeiss) reflektiert dieses parallele Lichtbündel wieder zurück, und 
so geht das Licht ein zweites Mal durch die gleiche Optik und wird im Fokus wieder zu einem 
Stern. Die Veränderungen des Lichtes werden nun durch verschiedene Tests untersucht:

Der Ronchi-Gitter-Test 10 LinienPaare/mm sagt etwas über die Korrektur der Optik aus. 
Intrafokal gemessen bedeutet bauchige Linien Überkorrektur, kissenförmige Linien 
Unterkorrektur. Überkorrektur: Mittelpunkts-Strahlen fallen kürzer, Unterkorrektur: 
Mittelpunktsstrahlen fallen länger. Bei ca. 85% vom Durchmesser sind die Ronchi-Linien 
"gezackt". 

Das weist auf einen erheblicheÖffnungsfehler hin etwa im Bereich von L/4 PV wave. Wird über 
die weiteren Tests noch klarer. Weil die klare Abgrenzung der Linien fehlt, muß man von einer 
rauhen Oberfläche ausgehen. Auch macht sich bereits ein von der Schmittplatte verursachter 
Farblängsfehler bemerkbar, der den Kontrast einschränkt. Besonders auffällig die "Zacken" bei 
85%-90% vom Durchmesser !

noch deutlicher ist dieser Farblängsfehler beim Foucault- oder Messerschneide-Test zu 
erkennen. Das kommt daher, weil die einzelnen Farben unterschiedliche Schnittweiten haben 
und für die Messerschneide wahlweise intra- bzw. extra-fokal abgeschnitten werden. EinEinfluß 
auf den Kontrast dürften auch die Zonen haben, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.

Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie ich sie entwickelt habe (Version Rohr) Dazu findet 
man eine genaue Beschreibung auf meinen Internet-Seiten. Man sieht deutlicher als beim 
Foucault-Test die Flächenfehler, die hauptsächlich von der Schmittplatte bzw. der Retouche 
 herrühren. Es sind sehr schmale Zonen, wie man sieht. Jetzt versteht man auch, warum sowohl 
beim Ronchi-Test, wie auch Interferogramm, die "Zacken" bei den Streifen entstehen.

Das ist eine PhasenKontrast-Aufnahme wie sie David Vernet, Frankreich, entwickelt hat 
(Version Vernet) Die Feinstruktur der Flächenrauhheit wird hier besser dargestellt, der räumliche 
Foucault-Effekt jedoch fällt weg. Die Glattheit der Fläche bestimmt den Kontrast eines 
optischen Systems, weil das Streulicht durch eine glatte Fläche minimiert wird und umgekehrt.

Die "Zacken" der Interferenz-Streifen verdeutlichen erneut den Zonen-Fehler bei der üblichen 
Meß-Wellenlänge von 632.8 nm = Helim/Neon-Gas-Laser. Weil ich eine Laserdiode verwende, 
bin ich bei "freundlichen" 650 nm. Bereits jetzt können diese Zonen quantifiziert werden. Der 
ansteigende Streifenabstand von 08.00 Uhr in Richtung 14.00 Uhr ist ein Koma-Effekt, der vom 
Meßaufbau verursacht sein kann. Es könnte sich aber genausogut der vorhandene 
Astigmatismus abbilden.

Mit mehr Streifen sieht man die Zonen noch besser, immer noch bei 650 nm wave.

Bei 532 nm Wellenlänge erkennt man diese Struktur noch deutlicher! Diese "Zacken" 
beeinflussen die Kontrastleistung erheblich, zusätzlich zur rauhen "Oberfläche der Wellenfront"

Die Rotations-Symmetrie bzw. der Astigmatismus beeinflußt in dieser Größe das Bild weit 
weniger. Es könnten Störungen sein, die von der Lagerung der Schmitt-Platte her rühren. Die 
anderen Fehler sind gravierender.

Das Referenz-I_Gramm wird von 08.00/14.00 Uhr in Richtung 09.00/15.00 Uhr gedreht. Das hat 
mit der Auswertungs-Software zu tun. Durch die ansteigenden Streifenabstände erkennt das 
Programm einen Koma-Effekt in der Fläche und bildet sie in einer flachen S-Form ab. Um dies zu 
unterdrücken, müßte man nur die mittleren Streifen auswerten. Weil aber im System noch ein 
Astigmatismus nachweisbar ist, könnte das auch auf den Astigmatismus zurückzuführen sein. 
Bei der Beurteilung dieses optischen Systems spielt also die quantitative Aussage eher eine 
Neben-Rolle.

Wolfgang Rohr


 
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