Interferogramme von Karl-Ludwig Bath
 Interferogramme von Karl-Ludwig Bath

Dem Erfinder des Bath-Interferometers soll für seine Leistung ein elektronisches Denkmal mittlerer Halt-
barkeit gesetzt werden, weil er mit dieser Erfindung die quantitative Messung einen großen Schritt vor-
wärts gebracht hat.  In Dankbarkeit Wolfgang Rohr
Die Bilder im SuW-Artikel (6/73) sind eine Auswahl aus den hier gezeigten. Die optischen Abbildungs-
fehler  (Öffnungsfehler, Coma, Astigmatismus) sind in extremer Form dargestellt. Für die in der Praxis weit weniger ausgeprägten Fehler gelten die inneren Teile der gezeigten Abbildungen. Es liegt  ein ganzer Ordner voller Negative zum Thema vor, hier also eine Auswahl. 

Zunächst das Titelbild der damaligen SuW-Ausgabe:


 

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Erste Tafel 

01 Minimale Fehler  
Der Interferometerfokus liegt etwas neben dem Fokus des Objektivs. Daher die Linien: Genau im Fokus 
wäre die ganze Fläche gleichmäßig hell (im Ausgang 1, gleichmäßig dunkel im Ausgang 2). –  Ziemlich 
gutes Objektiv in Autokollimation, also bei zweifachem Durchgang. Eine Streifenbreite entspricht 1 Lambda
 Abweichung in der Wellenfront. Hier liegt etwa 1/7 PTV Streifenbreite vor. Das ergibt wegen des zwei-
fachen Durchgangs 1/15 Lambda Wellenfrontfehler bei einfachem Durchgang. 

02 Öffnungsfehler 1 Interferometerfokus im Paraxialfokus des Objektivs und in der Interferometerachse. 
Außen gibt es erwartungsgemäß Ringe. –  Dasselbe Objektiv wie in Bild (1), aber falsch herum. 
Ergebnis: Wie zu erwarten: Öffnungsfehler (sphärische Aberration). 

03 Öffnungsfehler 2 Interferometerfokus im Paraxialfokus des Objektivs, neben der Interferometerachse 
(seitlich verschoben). – Wie Bild (2), aber neben der Achse. Wo die Streifen gerade sind, ist die Optik 
noch in Ordnung, wo in Bild (2) die Ringe anfangen, weichen hier die Linien von der Geraden ab. 

04 Abschreckendes Beispiel 1 –  vgl. Bild (7) Ein Fraunhofer Objektiv ohne Herstellerangabe: zentrales 
Loch, vertiefte Zone, flache Kante. Fehler sicher Lambda/2 bei einfachem Durchgang. Randvignettierung durch zu kleinen Planspiegel. 

05 Öffnungsfehler 3 Wie Bild (2), aber der Interferometerfokus in einer Zone des Objektivs, in der 
Interferometerachse. 

06 Öffnungsfehler 4 Wie Bild (5), aber neben der Interferometerachse, vgl. Bild (3). Wo in Bild (5) der 
breite Streifen liegt (Interferometerfokus),  verlaufen hier die Streifen senkrecht. 


 

07 Abschreckendes Beispiel 2 –  vgl. Bild (4)  Wie Bild (4), aber die Streifen um 90° gedreht. Interfero-
meterfokus über der Interferometerebene. 

08 Astigmatismus 1 Praktisch reiner Astigmatismus, Interferometerfokus in der senkrechten astigmatischen 
Linie. In der waagerechten Linie sieht das Bild genau so aus, nur um 90° gedreht. Hier nicht dargestellt. 

09 Astigmatismus 2 Praktisch reiner Astigmatismus, aber der Interferometerfokus in der engsten Einschnürung. 

10 Coma 1 Praktisch reine Coma, Interferometerfokus in der Comafigur, seitlich verschoben. 

11Coma 2 Praktisch reine Coma, Interferometerfokus in der Comafigur, nur wenig seitlich verschoben.

12 Coma 3 Praktisch reine Coma, Interferometerfokus in der Comafigur, nicht verschoben. 


 

13 Coma 4 Praktisch reine Coma, aber etwas weniger ausgeprägt. 

14 Öffnungsfehler und Coma 1 Interferometerfokus in der Comafigur. Beachte: Kommt Öffnungsfehler zur 
Coma, so ist das von der Coma her gewohnte Bilder (12, 13) seitlich verschoben. Vgl. aber Tafel 2, Bild (11).

15 Öffnungsfehler und Coma 2 Identisch mit Bild (14), allerdings am Ausgang 2 gemessen. Hell und dunkel 
sind bei den beiden Ausgängen komplementär. 

Zweite Tafel

01 Astigmatismus und Coma 1 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. 

02 Astigmatismus und Coma 2 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. 
Wie Bild (1), beide Fehler geringer. 

03 Astigmatismus und Coma 3 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. 
Wie Bild (2), andere Einstellung. 

04 Astigmatismus und Coma 4 Interferometerfokus in der engsten Einschnürung. 

05 Astigmatismus und Coma 5 Interferometerfokus in der engsten Einschnürung, andere Einstellung. 

06 Astigmatismus und Coma 6 Interferometerfokus in der waagerechten Linie. –  Beachte: Die Coma
erzeugt wieder Unsymmetrie

07 Öffnungsfehler und Astigmatismus 1 Interferometerfokus in der waagerechten Linie. 

08 Öffnungsfehler und Astigmatismus 2 Interferometerfokus in der waagerechten Linie. –  
Wie Bild (7), aber weniger Astigmatismus 

09 Öffnungsfehler und Astigmatismus 3 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. –  Papageigesicht? 

10 Öffnungsfehler und Astigmatismus 4 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. –  
Wie Bild (9), beide Fehler geringer.
 
11 Öffnungsfehler und Coma  Interferometerfokus im paraxialen Fokus. Beachte: Kommt Coma zum Öffnungsfehler, so ist das vom Öffnungsfehler her gewohnte Bild (Tafel 1, Bild (2)) seitlich verschoben. 
Man sagt auch, die Coma ist ein außeraxialer Öffnungsfehler. Vgl. auch Tafel 1, Bild (14).

12 Öffnungsfehler und Coma und Astigmatismus 1 Interferometerfokus in der waagerechten Linie. Beachte: 
Die Coma verschiebt das Bilder (7 und 8) seitlich. Wieder erzeugt die Coma eine Unsymmetrie. 


 

13 Öffnungsfehler und Coma und Astigmatismus 2 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. Beachte: 
Die Coma verschiebt das Bild (9) seitlich. Wieder erzeugt die Coma eine Unsymmetrie. 

14 Öffnungsfehler und Coma und Astigmatismus 3 Interferometerfokus in der senkrechten Linie. –  Wie Bild (13), alle Fehler geringer. Vgl. Bild (10). 

15 Interferometerfokus in der senkrechten Linie, aber außerhalb der Interferometerebene. –  Das Interfero-
gramm eines Fisches.   :-) Hier nicht dargestellt ist eine Aufnahme aller drei Fehler gemeinsam, aufgenommen in der  auf den Astigmatismus bezogenen engsten Einschnürung.  
 
 
 


 
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