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20.06.2002

Justierung eines Newton-Teleskopes
bei einem Okular-Ausgang

Ein Newton-System besteht aus einem Parabol-Hauptspiegel und einem kleinen
ellyptischen Planspiegel, der kurz vor dem Fokus des Hauptspiegels die Licht-
Strahlen um ca. 90-Grad aus dem Strahlengang "heraus-lenkt" und damit dem
Beobachter zugänglich macht.

Dieses Newton-System muß nur in sich richtig justiert sein, kann also zum Tubus
verkippt sein. Die Justage mit einem Justierlaser ist am einfachsten durchzuführen.
Vorher sind jedoch einige Vorbereitungen zu treffen.

Markierung der Hauptspiegel-Mitte: Auf einem Drehteller den Hauptspiegel
auf Rundlauf zentrieren und dann mit Folienstift einen ca. 5 mm Durchmesser-
Kreis auf die Mitte "schreiben"

Den Justierlaser überprüfen, ob er in sich justiert ist. Durch Drehen in einer
Okularsteckhülse ( möglichst ohne Spiel ) überprüfen, ob der Laserstrahl
"stehen bleibt"

Das Spiel im Okular-Auszug überprüfen, indem man den Okluarauszug
fokussiert und dabei überprüft, ob der Laserstrahl hin- und her-kippt.

Eventuell durch Maske oder zarten Punkt auf Fangspiegel festlegen, wo der
Offset-punkt des Fangspiegels liegt. Dieser Versatz des Fangspiegels in
Richtung Hauptspiegel ist dadurch notwendig, daß der ellyptische Planspiegel
den vom Hauptspiegel kommenden Kegel auf der Okular-abgewandten Seite
etwas weiter unten abschneidet, und auf der Okular-zugewandten Seiten etwas
weiter oben abschneidet und der Fangspiegel gewissermaßen "eingemittet" wird.

1. Justierschritt: Sekundärspiegel zum Hauptspiegel justieren.

Der Justierlaser sitzt im Okularauszug und das Laserbündel fällt über den Offset-
punkt auf den Hauptspiegel - jedoch noch nicht auf dessen Mitte. Durch Drehen
des Fangspiegels nähert man das Laserbündel der Hauptspiegelmitte möglichst
weit an und fixiert Fangspiegel + Halterung, sodaß sich dieses nicht mehr drehen
kann. Der restliche Weg zur Mitte des Hautpspiegels geht über die Stellschrauben
der Fangspiegel-Halterung.

2. Justierschritt: Hauptspiegel zum Sekundärspiegel justieren.

An den Justierschrauben des Hauptspiegels wird dieser solange verkippt, bis
das Laserbündel exakt über den Fangspiegel zurück in dem Loch verschwindet,
wo er hergekommen ist. Damit ist das optische System Newton nahezu perfekt
justiert. Wer es noch genauer haben will, muß sich die defokussierten Sternscheib-
chen am Himmel ansehen und eine Feinjustage am Himmel vornehmen, was in
aller Regel nicht mehr notwendig ist.

Justierung eines Newton-Teleskopes
bei vier Okular-Ausgängen

Bei größeren Newton-Systemen kann der Fangspiegel in vier verschiedene Okular-
Ausgänge gedreht werden und rastet dann in entsprechende Arretierungen ein.
In diesem Fall muß die Drehachse der Fangspiegel-Halterung mit der optischen
Achse des Hauptspiegels zusammenfallen. Dies erreicht man durch einen kleinen
Laser an der Fangspiegelhalterung. Durch Drehen der Fangspiegelhalterung muß
das Laserbündel in der Mittenmarkierung des Hauptspiegels "stehen bleiben".

Im nächsten Schritt muß der Hauptspiegel so justiert werden, daß das Laserbündel
im Ursprung des Lasers wieder verschwindet. Beide Achsen fallen nun zusammen.

Beim ersten Okular-Ausgang kann man noch durch Fangspiegel-Verkippung und
Okularansatz-Verkippung das Newton-System justieren. Dabei sollte man mög-
lichst auf die 90-Grad Strahlen-Auslenkung achten. Damit ist jedoch auch die
Position des Fangspiegels endgültig festgelegt.

Alle übrigen drei Okular-Ausgänge können jetzt nur noch über den Okular-
Rahmen selbst und natürlich mittels Justierlaser in die richtige Position gebracht
werden. In diesem Fall fällt die Tubus-Achse mit der optischen Achse zusammen
bzw. ist notwendigerweise mit ihr parallel.

Dieser Fall kommt bei einem Amateur-Newton in der Regel nicht vor.
Für die Vorbereitung des zweiten Falles gelten die Vorbereitungen für die
Justage ebenso.


 
 
 

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