Wolfgang Rohr, Altvaterstr. 7,  D - 97 437 Hassfurt, Tel. 09521 5136 Fax: 09521 7279
erstellt am 15.04.2001
 
Grundsätzliches

 

Mit zwei grundsätzlichen Meßanordnungen
lassen sich Astro-Optiken im Labor vermessen:

In Autokollimation, also mit doppelter Meß- 
genauigkeit gegen einen hochgenauen Planspiegel.
Damit prüft man auf Unendlich bei doppeltem
Lichtweg. (Streifenabstand Lambda/2 wave)

In Kompensation mit Hilfe eines Linsen- 
Systems,  besonders bei Parabol- oder Hyperbol-
Spiegel, oder bei großen Durchmessern, wenn 
kein gleichgroßer Planspiegel vorhanden ist. Hier
ist die Genauigkeit leider nur einfach, weshalb
hier besonders sorgfältig gemessen werden muß.
(Streifenabstand Lambda wave)

Phasenkontrastverstärkter Oberflächentest

Dieser Test geht über die Empfindlichkeit eines
Foucault-Testes mit der Messerschneide weit
hinaus. Das Beispiel zeigt einen Newtonspiegel,
der Anfang 99 von Optik Cardoen, Puimichel,
retouchiert worden ist. In diesem Test sieht man
deutlich die Spuren der nachträglichen Politur
und wie genau die Retouche gelungen ist. Mit
diesem Test können Oberflächen-Strukturen 
von Astro-Optiken sichtbar gemachtund 
qualitativ  miteinander verglichen werden.
Bei Schmidtplatten läßt dieser Test Rückschlüsse
auf das verwendeten Glas zu. Bei Spiegelflächen
sollte man keine Strukturen sehen dürfen.
 
 

 

Ronchigitter-Test

eignet sich sowohl am Himmel wie im Labor
zur exakten Bestimmung des Korrektions-
Zustandes, ob eine Parabel beispielsweise zu 
100%  ausgeführt worden ist. Besonders genau 
in  Autokollimation, wenn die Linien intra- bzw. 
extrafokal völlig identisch sind bei ca.10 Linien-
Paaren/mm. In Kompensation oder am Himmel 
muß sehr sorgfältig auf Abweichung gemessen 
werden, weil Fehler nur bis max. L/4 PtV wave 
sichtbar sind.

Als Lichtquelle dient ein 0.02 mm Pinhole oder 
ein verstellbarer Lichtspalt. Zeigt bei Refraktor-
Optiken auch  gut den Farblängsfehler.
 

Foucault- oder Messerschneiden-Test

Den meisten Spiegelschleifern bestens bekannt,
zeigt dieser Test besonders in Autokollimation
als Nulltest die Flächentopografie, Astigma-
tismus, abgesunkene Kante, Zonenfehler usw.
leider aber nicht direkt quantifizierbar.
Dieser Test läßt auch Rückschlüsse über den
Korrektur-Zustand einer Optik zu.
Als Lichtquelle dient entweder ein "Pinhole"
0.02 mm oder ein Lichtspalt (0.02 x 0.3 mm)
Dieser Test kann auch am Himmel durchgeführt
werden, jedoch nur mit einfacher Genauigkeit.

Defokussierte Sternscheibchen

Ein einfacher Test der gleichermaßen am Himmel
wie im Labor zu realisieren ist. Dabei sollten die
Sternscheibchen innerhalb und außerhalb vom
Fokus möglichst gleich sein. Andernfall kann man
Rückschlüsse auf Öffnungsfehler, Justierfehler,
Astigmatismus-Fehler, Seeing-Einflüsse qualitativ
ziehen. Ein sehr empfindlicher Test, aber schwer
exakt zu quantifizieren. 

Siehe auch "Star Testing Astronomical
Telescopes", Harold Richard Suiter, Willmann-
Bell, INC

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